Aktuell


Kommende Termine

20. Juni 2020 – Generalkapitel in Solothurn: Abgesagt

14./15. November 2020 – Retraite in Solothurn

20./21. März 2021 – Retraite in Solothurn


Ein Wort zur Heiligen Woche 2020

Liebe Schwestern und Brüder

Die Corona-Krise wirft uns, zumal die Älteren, mit den behördlich angeordneten Verhaltensregeln, auf uns selbst zurück: Wir müssen sehen, wie wir den Alltag meistern und mit Sorgen oder gar Ängsten zurechtkommen. Zudem bleiben die Kirchen dieses Jahr für das liturgische Mitgehen von Weg und Geschick Jesu bis hin zum Osterwunder im leeren Grab geschlossen. Aber unsere Herzen und Hoffnungen müssen deswegen nicht auch leer werden. Dass uns aufgeht, was Gottes Hl. Geist, «der Herr ist und lebendig macht», mit der Auferstehung Jesu alles in Gang setzt – damals, heute, künftig –, ist der Wunsch der folgenden Zeilen. Sie mögen Euch in den kommenden Tagen und Wochen begleiten.

In der Liebe Christi

Urs von Arx, Rektor

Osteraugen

Ich wünsche uns Osteraugen,
die im Tod bis zum Leben sehen,
in der Schuld bis zur Vergebung,
in der Trennung bis zur Einheit,
in den Wunden bis zur Heilung.
Ich wünsche uns Osteraugen,
die im Menschen bis zu Gott,
in Gott bis zum Menschen,
im Ich bis zum Du zu sehen vermögen.

Und dazu wünsche ich uns
Alle österliche Kraft und Frieden,
Licht, Hoffnung und Glauben,
dass das Leben stärker ist als der Tod.

Klaus Hemmerle (1929-1994), zuletzt Bischof von Aachen

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***Aufgrund der aktuellen Situation mit dem Coronavirus COVID-19 wurde die Retraite vom 14./15. März in Solothurn leider abgesagt.***

Die untenstehenden Informationen dienen somit nur noch zu Referenzzwecken.


Zum Programm|Zur Hinführung


Einladung zur Retraite im

Kloster Namen Jesu,
Solothurn am 14./15. März 2020

Liebe Brüder und Schwestern

In der Bibel nimmt die Gestalt Davids einen unübersehbar breiten Raum ein (1Sam 16 – 1Kön 2; dazu 1Chr 11 – 29 u.a.). Die ältere Erzählung seines Weges handelt davon, wie ein charismatischer Bandenführer in eine komplizierte, von Zuneigung und Rivalität geprägte Beziehung zu Saul, dem ersten israelitischen König, findet und diesen kraft Gottes Urteil als gesalbter König ablöst. Dabei wird anhand wichtiger Personen der beiden Familienverbände Sauls und Davids und ihrem Umkreis ein in seiner Abgründigkeit faszinierendes Panorama menschlicher Lebens- und Machtgestaltung entfaltet.

Aspekte davon sind auch in die spätere «Karriere» Davids in der euro-päischen Literatur, Malerei und Musik eingegangen. Die für die Re-traite ausgewählten Beispiele stammen von Rilke, Rembrandt, Händel (zum Thema «David als Musiktherapeut») sowie von Stefan Heym.

König David – eine biblisch-historische Kunstfigur

Zu einem Streifzug durch diese Welt der Auseinandersetzung mit der Gestalt Davids wird uns Prof. Dr. Walter Dietrich (Bern) mitnehmen. Er war bis zu seiner Emeritierung Alttestamentler an der Theologischen Fakultät in Bern. Seine Forschung zu den beiden Samuelbüchern der Bibel ist international anerkannt.

Februar 2020 Urs von Arx, Rektor

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Programm der Einkehrtage

Samstag

ab 11.00 Uhr Ankunft der Teilnehmenden gemäss persönlicher Anmeldung

11.45 Mittagsgebet (mit den Schwestern – fakultativ)

12.00 Mittagessen

14.00 König David – ein andächtig-kritisches Porträt

15.30 Kaffeepause

16.00 David und Abigajil (1 Samuel 25)
(bis 17.30)

17.45 Abendessen

19.00 Vigil (mit den Schwestern)

Sonntag

07.30 Uhr Laudes (mit den Schwestern)

08.00 Frühstück

09.00 Eucharistiefeier

10.15 David als Musiktherapeut (1 Samuel 16,14-23)

11.45 Angelus

12.00 Mittagessen (mit den Schwestern)

14.15 David als Romanfigur (Stefan Heyms „Der König David Bericht“)
(bis 15.30)

16.00 Vesper (mit den Schwestern)

Anmeldung
bis Mittwoch, den 4. März 2020, bei Frau Annette Studer-von Arx, Königshofweg 3, 4513 Langendorf; oder per Telefon (032 622 20 78) bzw. E-Mail (annette.studer@gmx.net).
Bitte rasch anmelden (beschränkte Platzzahl).

Bitte angeben, wer am Hauptbahnhof Solothurn mit dem Auto abgeholt werden möchte.

Kosten
Die ganze Retraite mit Übernachtung im Einzelzimmer und vier Mahlzeiten kostet CHF 130.00.

Die Gemeinschaft des hl. Johannes des Täufers ist bereit, Interessenten bei finanziellen Engpässen angemessen zu unterstützen.

Mitnehmen
Das Christkatholische Gebet- und Gesangbuch (CG).

Zum Haus
Unser Ort für die Retraiten und Einkehrtage ist das Kloster Namen Jesu (Nominis Jesu), Herrenweg 2, 4500 Solothurn (Tel. 032 622 48 06). Die Gemeinschaft der Kapuzinerinnen heisst uns herzlich willkommen.

Das Kloster kann vom Hauptbahnhof mit dem Bus Linie 4 (Richtung Rüttenen) bequem erreicht werden: Haltestelle „Bergstrasse“ (ein Vorschlag: Abfahrt Hauptbahnhof 11.17 Uhr; Ankunft Bergstrasse 11.25 Uhr).

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Zur Hinführung

Die Bibel zeichnet von König David ein höchst differenziertes Bild. Irritierenderweise ist dieses aber nicht eindeutig, sondern vieldeutig.

Der David der Samuelbücher stellt sich ganz anders dar als derjenige der Chronikbücher oder der Psalmen oder der prophetischen Schriften – um nur die wichtigsten Textbereiche zu nennen. Und schon das relativ älteste biblische Zeugnis über David, die Samuelbücher, ist in sich sehr vielfältig. Die Texte reichen nur zu einem kleinen Teil unmittelbar an die Davidszeit heran. Mehrheitlich sind sie in erheblichem zeitlichem Abstand auf mehreren literarischen Stufen entstanden. Da werden nicht nur von David selbst, sondern auch von vielen anderen, mit ihm auftretenden Persönlichkeiten differenzierte und z.T. spannungsvolle Porträts gezeichnet, die allesamt nicht vorschnell als biografisch exakte Abbildungen angesehen werden sollten.

Das David-Bild der Samuelbücher gleicht einem Vexierbild, das sich je nach Betrachtungswinkel verändert. Man kann an ihm sehr verschiedene Farben und Facetten wahrnehmen, kann sich stärker von der Sympathie mit ihm oder von kritischer Distanz ihm gegenüber leiten lassen. Unverkennbar steht in dieser antiken David-Biographie nicht der äussere Ereignisablauf im Vordergrund, sondern die innere Entwicklung des Helden: von dem vor Kraft strotzenden Jüngling zu dem vor Kälte zitternden Greis, vom unbedachten Draufgänger zum gereiften Mann, von einem, der sich unbedenklich durchsetzt, zu einem, der fähig ist zu Selbstbeherrschung, Trauer und Reue, von einem, der Leid eher zufügt, zu einem, der lernen muss, es zu ertragen.

Hier ein paar Streiflichter: David betritt die Erzählbühne gewisser-massen durch drei Türen gleichzeitig (1Sam 16-17), er ist der Liebling aller und erfährt doch schwerste Feindschaft und Gefährdung (1Sam 18-23), er ist zielstrebig und lernt doch, unnötiger Gewalt zu entsagen (1Sam 24-26), er steigt, obwohl auf verschlungenem Weg, stetig auf, löst die bisherige Königsfamilie ab, angeblich ohne sich je an ihr zu vergreifen (1Sam 27-2Sam 4), errichtet eine Doppelmonarchie mit beachtlichen Erfolgen gegen aussen (2Sam 5-10), verstrickt sich dann aber in Affären und Querelen, stürzt das Reich in schwerste Krisen (2Sam 11-20), bis er am Ende knapp noch seine Nachfolge zu regeln vermag (1Kön 1-2).

Auf der Retraite soll von diesem «vielfachen David» einiges sichtbar werden. Als was alles zeichnet ihn die Bibel? Wer war er wirklich? Eignet er sich als Vorbild und Leitbild? Wie haben ihn Künstler gesehen und dargestellt: Maler, Komponisten, Schriftsteller? Durch den Wechsel der Kommunikationsformen – Referat, Gruppenarbeit, Plenumsgespräch, Bildbetrachtung, Musikhören, Romanbesprechung – wird hoffentlich keine Langeweile aufkommen.

Walter Dietrich

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